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Anlegerpleite: Geno Wohnungsbaugenossenschaft eG

Anlegerpleite: Geno Wohnungsbaugenossenschaft eG

Der Optionskauf als 3. Wohnlösung wurde propagiert ohne Schuldenrisiko und ohne Mieterhöhungsrisiko (35 Jahre sicher keine Mieterhöhung) bei gleichzeitiger Flexibilität und Vermögensbildung unter Ausnutzung staatlicher Prämien mit der Sicherheit eines Notarvertrages. Wer will das nicht? Das versprach die Wohnbaugenossenschaft Geno e.G als Wohnkompetenzpartner in ihren Wohnkompetenzzentren bei Einzahlung von mindestens 10.000 Euro, frühestens nach 2 Jahren.

Über eine Mitgliedschaft und einen sog. Optionskauf sollte auch wenige betuchter Klientel der Kauf einer Immobilie ermöglichet werden. Basis war ein Wohn-Sparvertrag. Demnach sollte der beitretende Genosse Mieter werden mit der Option später Eigentümer seiner selbst genutzten Immobilie zu werden durch Bereitstellung einer Investitionssumme. Die Genossenschaft hat jedoch nicht genügend Immobilien anschaffen können, so dass die wenigsten der derzeit noch rund 5.000 Genossen tatsächlich Mieter mit Kaufoption sind.

Ursächlich für die derzeitige vorläufige und spätere Insolvenz sind zu hohe Ausgaben für Vertrieb und Personal sowie zu hohe Kündigungszahlen bei Altmitgliedern, deren Auseinandersetzungsguthaben nicht bezahlt werden konnten, weil in den vergangenen Jahren Verluste erwirtschaftet wurden.
Wer hierüber bei Beitritt zu Genossenschaft nicht richtig aufgeklärt wurde, hat Schadensersatzansprüche. Daneben dürfte die in der Tariferklärung im Rahmen einer „Vermittlungsvereinbarung“ ausgewiesene Abschlussgebühr ohne Rechtsgrund geleistet worden sein und müsste zur Insolvenztabelle angemeldet werden.

Im eröffneten Insolvenzverfahren können Insolvenzgläubiger umfangreiche Einsichts- und Auskunftsrechte geltend machen.
Auf die Genossen kommt ein konfliktträchtiges Insolvenzverfahren zu. Die Genossen sind, sofern sie Abschlussgebühr zahlten und spätestens zum 31.12.2017 kündigten, auch Gläubiger im Insolvenzverfahren. Die Anmeldung der richtigen Forderungshöhe mit der richtigen Begründung zum richtigen Zeitpunkt zur Insolvenztabelle, stellt die Weichen für die Zukunft und ist nur ein Anfang der Schadenliquidation.